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Unser Leben ist keine Schnellstrasse

 

Gastbeitrag - Copyright Karin Heeren

 

Unser Leben ist keine Schnellstraße

 

Es gibt vieles was wir uns wünschen, vieles nach dem wir streben und es gibt oft wenig, was wir davon umsetzen. Wir greifen nach den Sternen und merken oft erst wenn wir sie einfangen wollen, dass sie höher hängen als wir es vermutet hätten.

 

Wir verschieben Dinge gerne auf Morgen oder Übermorgen, weil ja im Moment etwas anderes wichtiger ist oder wir keine Zeit haben. Wir wollen gesund und glücklich sein, aber hetzen durch unser Leben und hören die Stimme unserer Seele nicht, die uns ab und an anschreit, wir möchten doch etwas langsamer gehen und uns auch mal eine Ruhepause gönnen.

 

Aber die Welt um uns herum ist so laut und so schnell, dass wir unser wahres Selbst gar nicht mehr hören können. Angst und Sorgen treiben uns an oder lassen uns in eine Starre verfallen in der wir unfähig sind uns zu bewegen.

 

Wir sollten vor lauter Leben, das wie auf einer Schnellstraße an uns vorbeirauscht, nicht vergessen uns Zeit zu nehmen dieses Leben auch zu leben. Wir haben nur das HIER und JETZT. Wir können versuchen einen Plan zu machen, aber wir wissen nicht, was uns auf der Straße in die Zukunft begegnen wird. Umwege, Stolpersteine, kleine und große Stoppschilder?

 

Und wenn wir immer nur auf der Überholspur fahren, kann es passieren, dass das Leben abrupt und ohne Vorwarnung auf die Bremse tritt…die Seele klopft dreimal bei uns an und bittet uns: „He mach mal langsamer, ich brauche ne Pause… Kino wäre mal wieder schön oder ein spannendes Buch…eine Nacht durchschlafen, eine Massage in der Mittagspause vielleicht…“

 

Aber wenn wir sie immer überhören und ignorieren und den Kinobesuch absagen, das Buch noch ein weiteres Jahr auf dem Nachttisch liegen lassen, Wellness in der Mittagspause vergeudetet Zeit ist und

schlaf sowieso überschätzt wird…ja dann kann es passieren, dass unsere Seele die Notbremse zieht und wir unsanft auf der Straße des Lebens zum stehen kommen.

 

In vielen Fällen kommt uns plötzlich die Gesundheit abhanden…die ist schon vor etlichen Kilometern verloren gegangen, wir haben es nur nicht bemerkt. Aber wenn unser Motor anfängt zu stottern oder ganz zum erliegen kommt, erst dann bemerken wir die roten Warnlämpchen, die aufgeregt blinken.

 

Und auf der Wartungsanzeige unseres Körpers (unser Gefährt) steht: „ Ihre Inspektion ist mehr als überfällig, bitte begeben sie sich in die nächstgelegene Werkstatt!“ In unserem Fall heißt das: Arzt, Krankenhaus … oder …  Solange sollten wir nicht warten, oder?

 

Machen wir doch öfter mal eine Pause auf der Straße unseres Lebens oder schauen was uns erwartet wenn wir mal eine andere Richtung einschlagen. Vielleicht wartet hinter der nächsten Abzweigung eine Freundin die mit uns ins Kino geht uns in den Arm nimmt und ein tolles Gespräch mit uns führt.

 

Oder halten wir doch einfach mal an, wenn uns die Natur zulächelt und uns zu einem spontanen Spaziergang einlädt. Erfüllen wir uns endlich unseren Traum und sagen uns…“JA es geht, ich werde es

tun…JETZT!“ Und anstatt Mittags auf die Uhr zu sehen um noch eine extra Schicht einzulegen, weil man sonst die ganze Arbeit nicht schafft…könnten wir unsere Seele doch intuitiv mal einladen zu einer entspannenden Massage oder einem Sonnenbad im Park...und wenn die Sonne nicht scheinen sollte, tanzen wir doch einfach barfuß im Regen und freuen uns über unser Leben das wir auch mal genießen dürfen.

 

Damit dann zukünftig auf dem Wartungsschild steht: „ HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Ihre Instrumente laufen alle im grünen Bereich!“  *Oder wie wir es jetzt gerade alle erleben, tritt etwas winzig kleines, für uns unsichtbares, auf die große Bremse und bringt die ganze Welt ruckartig zum stehen… Abrupt und ohne Vorwarnung ! Aber waren da nicht auch schon so einige Infos für uns auf der Hinweistafel des Lebens? Die wir übersehen oder sie ignoriert haben?*

 

Auch hier dürfen wir alle etwas tun und hinschauen, damit wir uns wieder selbst spüren und fühlen können, was wirklich wichtig ist und ob es überhaupt im Außen zu finden ist? Damit auch auf dem Wartungsschild der Welt irgendwann wieder steht: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich neu entdeckt, sich entschleunigt und geheilt!“

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Katrin Köhler (Mittwoch, 01 Juli 2020 17:34)

    Das ist ein sehr schöner Artikel und du hast in allen Punkten recht. Wir denken viel zu selten an uns selbst und merken erst zu spät das wir mit unseren Körper Raubbau betrieben haben. Nehme dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für dich. Probiere es aus und du wirst sehen was passiert.